Die Wirtschaft zwischen Amerika und Australien

Da Amerika ein Fünftel des Welteinkommens verbuchen kann und in den letzten Jahren immer Platz Eins beim Import und Platz Drei beim Export von Warengütern verbuchen konnte, ist der Kontinent als Wirtschaftspartner sehr beliebt. Australien hingegen erzielt sein Einkommen in erster Linie aus dem Dienstleistungsbereich, da spielt der Export eine nachrangige Rolle. Dennoch unterhalten Amerika und Australien intensive Handelsverbindungen, die für beide Länder einen nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor darstellen und unter dem Dach des so genannten bilateralen Freihandelsabkommens beherbergt sind.

Das bilaterale Freihandelsabkommen zwischen Amerika und Australien

Die Aufnahme der Verhandlungen zum bilateralen Handelsabkommen ist zwar in die ungünstige Zeit des Irakkriegs anzusiedeln, allerdings wurde die Gesprächsaufnahme von vorne herein mit großen Hoffnungen verbunden. Schließlich wird beiden Nationen eine beachtliche Freihandelsbereitschaft nachgesagt. Die Erwartungshaltung wurde aber nicht erfüllt. Statt dem Wegstreichen aller Gesetze, die den freien Handel behindern könnten, wurde nur bei manchen der Rotstift angesetzt und durch Überarbeitungen die Rahmenbedingungen des Handels neu geformt.

Inhaltlich sind die Forderungen Australiens klar definiert: Der relativ unbedeutende Export hierzulande wird größtenteils durch Agrarprodukte bestimmt. Amerika hält hier einen beeindruckenden Markt bereit, viel Möglichkeit für Australien also, den Anteil des Exports am Bruttoinlandsprodukt zu steigern und dafür zu sorgen, dass landwirtschaftliche Erzeugnisse ohne Schranken und Barrieren an die breite Masse der amerikanischen Abnehmer exportiert werden können. Die Forderungen Amerikas gingen da viel weitreichender. So haben die australischen Bürger Zugang zu subventionierten Medikamenten, was im Freihandelsabkommen abgeschafft werden sollte. Außerdem gibt es eine Definition darüber, welchen prozentualen Anteil einheimische Produkte auf dem Markt haben müssen sowie eine Beschränkung, die die Anzahl an australischen Produkten im Bereich der Unterhaltungsindustrie festlegt. Auch die Tatsache, dass genmanipulierte Lebensmittel in Australien nur in engen Grenzen produziert und vertrieben werden dürfen und Quarantänebestimmungen für Importwaren standen beim Freihandelsabkommen zur Debatte.

Auswirkungen des Freihandelsabkommens für Amerika, Australien und die Weltwirtschaft

Betrachtet man sich die Inhalte des Freihandelsabkommens, so sieht man quasi David gegen Goliath, denn immerhin ist das gesamte Bruttoinlandsprodukt Australiens gerade einmal mit dem des amerikanischen Staates Pennsylvania zu vergleichen. Trotzdem konnte sich Australien seinen Teil am Kuchen sichern. Dank dem Freihandelsabkommen mit Amerika schaffte man es, den Exportanteil im Land zu steigern und sich damit krisenresistent zu gestalten. Außerdem sorgte man für einen problemlosen Export der Landwirtschaftsprodukte auf einen großen Binnenmarkt und sicherte somit fernab von Subventionen den Landwirten die Existenz, was sich positiv auf die politische Landeslage auswirkte. Amerika diente das bilaterale Freihandelsabkommen dazu, sich als internationaler Wirtschaftsriese zu etablieren und gleichzeitig ungeliebte australische Gesetze auszuhebeln und sogar zu kippen und sich dadurch einen neuen Markt zu eröffnen.

Foto: © Walter Imhof / pixelio.de

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